CCW Kongress 2014
Katharina Leuck Veröffentlicht von am

CCW Kongress 2014 – Kundengewinnung und Bindung: Second Screen und Social Gaming

Weiter geht es nun nach der Mittagspause mit dem Kongress der CCW 2014 in Berlin. Der Nachmittag steht unter dem Motto: „Kundengewinnung und Bindung: Machen Sie Ihren Service zum USP!“. In diesem Rahmen erwarten uns jede Menge Speaker, die besonders auf die digitalen Servicemöglichkeiten eingehen. Den Anfang macht Dr. Tilmann Buchner von der ProSiebenSat1 Media AG.

Social Gaming: Spielerisch neue Zielgruppen ans Programm binden und in neue Angebote führen

In Zeiten von mobilen Endgeräten, Smartphones, Tablets und Second Screen steht ein Medienunternehmen wie die ProSiebenSat1 Media AG vor große Herausforderungen. In Zukunft steht der Fernseher nicht mehr im Mittelpunkt des Wohnzimmers, sondern steckt in der Hosentasche, so Dr. Buchner. Aber welche Auswirkungen hat die ganze Mobile-Entwicklung für die Kunden?

Als Analogie stellt Buchner die Erfindung des Autos vor. Als die Menschen das Auto erstmals sahen, bedeutete dies für sie eine ganz neue Zeitrechnung. Alles wurde schneller, die Welt wurde dem Auto angepasst. Das Pferd stand nicht mehr im Mittelpunkt. Ganz ähnlich wird es mit der Mobile-Entwicklung sein, sagt Buchner voraus. Die Infrastruktur wird sich individuell auf die mobilen Geräte einstellen. Aber zusätzlich kommt auch die individuelle Personalisierung des Services für den Kunden zurück, da Mobile diese persönliche Individualisierung erst wieder möglich macht. Der „Tante Emma-Laden“ mit dem persönlichen Service kommt sozusagen zurück. Übrigens: Das Bild des „Tante Emma-Ladens“ ist am heutigen Kongresstag anscheinend sehr beliebt, schließlich wurde es auch schon im Vortrag von Payback verwendet.

Die große Herausforderung des mobilen, individuellen Services ist, dass er nicht mehr so vorhersehbar und planbar wie der statische Service ist. Als Reaktion sei ProSiebenSat1 gerade dabei, Businesspläne abzuschaffen. Stattdessen müsse man nach draußen auf die Straße gehen und direkt bei den Kunden nachhören, was sie wirklich wollen. Entsprechend muss auch bei der Produktentwicklung der Kunde in den Mittelpunkt gestellt werden. Mit Personas versetze man sich in Lage der potenziellen Kunden und versucht zu erfassen, welche Probleme die Kunden haben könnten und wie man diese lösen kann. Dies teste man dann am Kunden, so Buchner.

Um hier den Erfolg und den Sinn eines Produktes beurteilen zu können, nutzt ProSiebenSat1 verschiedene Werte zur Erfolgsmessung: Acquisition, Activation, Retention, Referral und Revenue.

Second Screen und Engagement

Ein Produkt, das so entstanden ist, ist die Connect App – eine Second Screen-Anwendung, die es Zuschauern ermöglicht, während der laufenden Sendung zusätzliche Informationen zu konsumieren und sich mit anderen Zuschauern auszutauschen. Angelehnt hat man sich hier an Social Gaming-Prinzipien. Je aktiver die Nutzer sind, desto höher ist der Rang des Nutzers. Gleichzeitig bekommen sie Sonderinhalte zur Verfügung gestellt, sind mit den gängigen sozialen Netzwerken verbunden und können stellenweise sogar live auf das Geschehen im Fernsehen Einfluss nehmen. Als Beispiel zeigt Buchner einen Ausschnitt aus der letzten „The Voice of Germany“-Staffel, wo die Nutzer von zu Hause aus live die Leistung der Künstler bewerten konnten. Der aktuelle Wertungsstand wurde live auf dem Fernseher in der Sendung angezeigt. Dies sei nur ein Beispiel eines Second Screen-Szenarios aus der TV-Landschaft, so Buchner. In den USA würden bereits Second Screen-Szenarien für Spielfilme erprobt. So könnte man in einer Szene, wo die Protagonisten E-Mails oder SMS empfangen, den Second Screen-Nutzern diese Nachrichten zur Verfügung stellen, um sie so mit Sonderinformationen zu versorgen.

So entsteht für den Nutzer eine ganz neue User Experience, die es zum einen erlaubt, Einfluss zu nehmen und sich emotional zu binden, aber es zum andern auch den Firmen ermöglicht, mit den Zuschauern direkt zu interagieren. Ein weiteres denkbares Beispiel für die Zukunft wäre, dass irgendwann mit so einer App alle Produkte aus der Sendung zu kaufen sein könnten.

 

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Katharina Leuck

Über Katharina Leuck:

Seit Februar 2013 bin ich als Corporate Bloggerin bei buw digital mit an Bord. Vorher habe ich ein zweijähriges Volontariat in der Onlineredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung absolviert und für ... [Mehr]

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