CCW Kongress 2014
Katharina Leuck Veröffentlicht von am

CCW Kongress: Recruitment mal anders – Wenn Unternehmen sich bei Bewerbern bewerben

In der heutigen Zeit ist es für Unternehmen oft nicht immer leicht, die richtigen Mitarbeiter zu finden. In vielen Branchen gehen die Bewerberzahlen zurück, vielerorts ist der Markt an Bewerbern „leergefischt“. Aber warum müssen sich eigentlich immer die potenziellen Mitarbeiter bewerben? Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben den Spieß einfach umgedreht: Sie bewerben sich bei spannenden potenziellen Mitarbeitern.

Das Problem, vor dem die Verkehrsbetriebe Zürich stehen, ist, dass ihre Branche einfach nicht die Traumbranche bei Arbeitssuchenden ist, erklärt Jörg Buckmann, Leiter Personalmanagement, in seinem Vortrag „Erfolgreich rekrutieren: Warum die Verkehrsbetriebe Zürich plötzlich Dessous-Verkäuferinnen suchen“. Entsprechend müsse man das „Produkt“ Stelle viel emotionaler und mit größerem Aufwand bewerben.

Buckmann beklagt, dass Stellenanzeigen im Print seit den 70er Jahren fast gleich aussehen. Langweilig, floskelhaft, austauschbar. Dazu vielleicht noch einmal ein vollkommen glattgebügeltes, unpersönliches Imagefoto eines scheinbar glücklichen Mitarbeiters aus einer Stockfoto-Datenbank. Bis vor drei Jahren haben auch die Verkehrsbetriebe Zürich solches Personalmarketing betrieben, erklärt Buckmann. Da sich das als immer schwieriger und weniger erfolgreich erwies, habe man eine neue Denke eingeführt: „Wir bewerben uns bei den Menschen“.

In einer ausgeklügelten Employer Branding-Strategie verfolgt man nun drei Kommunikationsschienen: Überdurchschnittliche Information, Transparenz und „Frechheit“. Man wollte die HR-Geberkonferenz revolutionieren: „Die Vorgesetzten werden nie in die Personalgewinnung eingebunden.“

Statt klassische Stellenanzeigen zu schalten, bewerben sich die Vorgesetzten bei den Arbeitssuchenden und Absolventen. Das Unternehmen dreht Jobvideos, in denen sich die Chefs vorstellen, auch mit persönlichen Anekdoten. Gleichzeitig wird die Tätigkeit audiovisuell vorgestellt. Neben großen Sympathien bringt die Bewerbungsvideos auch einen großen monetären Vorteil. Man habe durch die bis dato fast 100 Jobvideos bereits einen sechsstelligen Betrag einsparen können.

Das funktioniert in erster Linie dadurch, dass diese Videos über die verschiedensten Online-Kanäle ausgespielt werden. Dazu kommt smarte Werbung, Social Media und mobile Verfügbarkeit. Das ist die Kampfansage der VBZ gegen langweiliges Personalmarketing. Dazu gehört auch, manchmal richtig freche Anzeigen zu schalten, die man im Zusammenhang mit einem Verkehrsbetrieb eigentlich nicht erwarten würde. Man arbeitet daran, das verstaubte Image des Unternehmens von Grund auf zu ändern. Per Facebook testet das Unternehmen zudem schon mal andere Kommunikationskampagnen, da man hier direkt in den Dialog mit der Zielgruppe direkt eintreten kann. Dazu fokussiert man sich in Kampagnen direkt auf die entsprechenden Zielgruppen. So ist beispielsweise die Frauenquote bei den Tramführern extrem niedrig. Entsprechend gab es dazu eine spezielle Kampagne für Frauen, insbesondere für Quereinsteigerinnen. Von Plakaten, in Radiospots, Online-Anzeigen, Videos, etc. hieß es dann z.B. „Die VBZ suchen ambitionierte Coiffeusen!“ (Friseurinnen).

Ein erfolgreiches Personalmarketing in einer schwierigen Branche verlangt laut Buckmann folgende Eigenschaften: Frech, Mut, Leidenschaft, Ego, Tun. Dann klappt das auch mit der Rekrutierung.

 

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Katharina Leuck

Über Katharina Leuck:

Seit Februar 2013 bin ich als Corporate Bloggerin bei buw digital mit an Bord. Vorher habe ich ein zweijähriges Volontariat in der Onlineredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung absolviert und für ... [Mehr]

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