Besucherandrang auf der CES in Las Vegas
Claudio Felten Veröffentlicht von am

CES 2015 und Silicon Valley – 10 Lektionen

Es waren zwei lang gehegte Träume von mir: Erstens wollte ich schon immer einmal die Consumer Electronics in Las Vegas zu besuchen, die Messe, auf der viele Innovationen erstmalig präsentiert wurden, die maßgeblich zur laufenden digitalen Transformation beigetragen haben. Und zweitens wollte ich einmal im Silicon Valley spannende Unternehmen besuchen, mich inspirieren lassen, den Geist der Start-ups und Erfolgsunternehmen aus der jüngeren Geschichte einatmen und die eine oder andere Idee oder einen Impuls für unser eigenes und das Geschäft unserer Kunden mitnehmen.

Die erstmalig vom DDV Deutscher Dialogmarketing Verband e.V. angebotene Reise umfasste beide Ziele und erfüllte mir beide Träume. Um es vorwegzunehmen: Es hat sich gelohnt! Vom 5. bis zum 9. Januar gab es Besuche und Gespräche auf der CES 2015, bei Zappos und dem neuen Pop-up Shop, iHeartMedia, Shelly Palmer, Summit Stories, ParStream, FieldFisher, dem Stanford Peace Innovation Lab, e.ventures, Benefit Cosmetics, Pinterest, Taptalk, dem Impact Hub San Francisco und Lithium/Klout. Die elf Teilnehmer sammelten dabei genug Informationen und Eindrücke, um ein Buch damit zu füllen. Doch statt eines dicken Wälzers überbringe ich an dieser Stelle einfach zehn kleinere und größere Lektionen und Take Aways von mir als Teilnehmer:

 

Lektion 1

Es geht nicht mehr um Online oder Offline, digital oder analog oder social, sondern um die intelligente Verbindung und Verschmelzung der Themen: Alles ist Dialog, und der Kunde unterscheidet in seinen Erwartungen nicht mehr zwischen Medien, Branchen, B2B, B2C …

Lektion 2

Retail der Zukunft ist ein 24/7-shop-scan-take/ship-ich-halt-mich-gern-hier-auf-auch-wenn-ich-nichts-kaufe-full-service-Erlebnis-Environment.

Lektion 3

Marke = Kultur, durchdacht sowie konsistent und konsequent umgesetzt bis ins letzte Detail, ist einer der stärksten Differenzierungsfaktoren und gleichzeitig ein großer gemeinsamer Nenner aller besuchten Unternehmen. Das fängt bei den Gebäuden und Ausstattungen an, hört da aber nicht auf. Zappos hat eine eigene Währung („Zollars“), und die Callcenteragenten sind Mitglieder des Customer Loyalty Teams, bei Pinterest heißen die Mitarbeiter Pinployees, und die Dame am Empfang von Benefit hat die Berufsbezeichnung Director of First Impressions. Man mag als Europäer darüber schmunzeln, aber wer weiß,

  • wie Amerikaner (sind es nur die?) ticken
  • und dass Customer Engagement nur über Mitarbeiter-Engagement funktioniert? Empowerment und Wertschätzung sind dort jedenfalls keine Projekte oder Leitlinien, sondern Haltungen.

Lektion 4

Alles, wirklich alles dreht sich um die Customer Experience!

Lektion 5

Keine für den Laien erkennbare Revolution auf der CES 2015, aber sehr viel Evolution:

  • Viermal so viele Start-ups wie letztes Jahr
  • Internet of Things, Screens, Wearables, 3D Printing überall. Und lots of bigger, smaller, brighter, better …
  • What can be connected will be connected
  • What can be measured will be measured
  • Smart health, wellness, homes, cars, citizens, families, wallets, locks, doors, lightbulbs … toilets (!)
  • Der selbstfahrende Mercedes hat für sehr viel Furore gesorgt.

Lektion 6

Big Data überall! Viel Energie geht in das Thema, daraus actionable Smart Data zu machen. Am besten in Realtime: „… every one-tenth of a second delay in latency equates to 1% decline in sales“: Big, smart, connected, Real Time Data for Insights und Action! … Selbst Venture-Capital-Firmen bedienen sich Big Data Analytics, um spannende Investitionsoptionen zu identifizieren. Gott sei Dank waren nicht alle Lektionen neu.

Lektion 7

Platziere die wichtigen Botschaften in fetten Lettern und an offensichtlichen Stellen in der Company. Bei Pinterest hängt etwa in jedem Büro ein Plakat mit dem Aufdruck: „Say the hard thing“.

Lektion 8

„Facebook is about the past, Twitter about the present, Pinterest about the future of the users.”

Lektion 9

Arbeitswelten werden immer mehr zu Lebenswelten: überall kultur- und charakterkonformer Stil mit fließenden Übergängen statt abgetrennter Bereiche.

Lektion 10

„Das Silicon Valley ist die Champions League für Start-ups“:

  • Pro
    • Extreme Taktung: „O.k., dann kommen Sie am besten direkt vorbei“ vs. Terminrunden nach Terminrunden im Achtwochenrhythmus, NDAs, Business Cases: „Im Valley kommt man eher mit deutschen Firmen in Kontakt als in Deutschland“
    • Extreme Offenheit und Networking vs. Chinese Walls, Herrschaftswissen, Intellectual Property
    • Scheitern als Gütesiegel und Erfahrungszuwachs vs. Makel
    • Risikofreudig vs. Copycat und 1000-mal geprüft
    • Wenig Power Point, mehr Entscheidungen
  • Kontra
    • Prozesse, Stabilität, Gründlichkeit
    • War for Talents („nur die besten fünf bis zehn Prozent können wir gebrauchen“)
    • Viele Schaumschläger im Vertrieb
    • „Everything is crazy expensive“

 

Noch ein Hinweis

Die nächste CES steht vor der Tür. Noch im ersten Halbjahr 2015, vom 25. bis zum 27. Mai, öffnet die CES Asia in Shanghai ihre Türen für Besucher. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der  Organisation.

 

 

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