Silvia Meitsch Veröffentlicht von am

Spiele! – Vier Prinzipien zur Motivation mit FISH! – Teil 1

Als Erwachsener auf der Arbeit spielen und Spaß haben geht nicht, man trägt Verantwortung und wird schließlich nicht für Spaß bezahlt. Oder vielleicht doch? Im ersten Teil unserer Serie zur FISH!-Motivation beschäftigen wir uns heute mit dem Prinzip „Spiele!“.

„Ich hab mir gerade Bauklötze und ein Dreirad bestellt. Ich fang noch mal ganz von vorne an!“. Die Idee ist gar nicht so schlecht, werden sicher viele denken. Noch mal im Kindergarten anfangen, spielen, Spaß haben. Denn das geht ja als Erwachsener nicht mehr. Da trägt man Verantwortung und muss seine Arbeit machen. Für Spaß werden wir schließlich nicht bezahlt! Oder vielleicht doch?

Die Arbeiter auf dem Pike Place Fischmarkt sehen das ganz anders. Sie haben das Spielen zu ihrem obersten Prinzip gemacht, und wer ihnen bei der Arbeit zusieht, sieht, dass sie Spaß haben und spielen. Ihr Spiel ist das Fische werfen, das Herumblödeln und Späße machen. Es geht ausgelassen zu am Fischstand. Und genau das ist es, was die Menschen anlockt. Nicht nur um Fisch zu kaufen, sondern einfach nur um den Fischverkäufern zuzusehen und ein bisschen was von der Stimmung dort mitzunehmen.

Spielen bedeutet aber nicht zwingend laut zu sein und Dinge durch die Gegend zu werfen. Schließlich bietet sich das nicht in jedem Beruf an. Spielen, so wie es die FISH-Philosophie meint, ist keine Tätigkeit sondern eine Befindlichkeit. Also eine bestimmte Art, Dinge zu tun. Und das geht sehr wohl auch als Erwachsener!

Das was uns die Fischhändler vormachen, haben die verschiedensten Unternehmen bereits für sich umgesetzt: Es gibt zum Beispiel Krankenhäuser, die regelmäßig „Beach-Party-Tage“ veranstalten. An diesem Tag tragen die Mitarbeiter Blumenkränze, es werden Sonnenschirme aufgestellt, Badetiere aufgeblasen und Frisbeescheiben aus Schaumstoff geworfen. Die Patienten bekommen ihren Tee mit einem bunten Schirmchen serviert und alle Beteiligten freuen sich über die kleine Abwechslung im Alltag. Andere Firmen haben den „Hut-Tag“ etabliert, an dem alle mit Kopfbedeckung erscheinen. Oder den Tag an dem alle rot tragen. Es gibt sogar ein Beerdigungsinstitut, das sich die „FISH-Philosophie“ zu Eigen gemacht hat. Verständlicherweise hatten die Mitarbeiter dort einige Vorbehalte was das Spielen in ihrem Beruf anging. Bis zu dem Tag, als einer der Mitarbeiter dort einer Familie vorschlug, sich zunächst einmal zusammen zu setzen und alles über die schönen Zeiten zu erzählen, die sie mit der verstorbenen Angehörigen erlebt hatten. Der Mitarbeiter gestaltete auf diese Weise das schwierige Gespräch für sich und die Angehörigen angenehmer. Er fand seine Art des Spielens. Und genau darum geht es.

FISH

Immer gut motiviert, trotz eines harten Jobs: Die Fischverkäufer auf dem Pike Place Fish Market in Seattle. Foto: Jason DeRusha via Creative Commons

 

Das Prinzip „Spiele“ funktioniert selbstverständlich nicht nur im Beruf. Auch in allen anderen Lebensbereichen kann man spielerisch unterwegs sein.

Eine Mitarbeiterin berichtete zum Beispiel von ihrer Großmutter, die aus dem Geschirrspülen immer ein Spiel machte, indem sie dabei spannende Geschichten erzählte und auf diese Weise schon Kinder und Enkelkinder dazu brachte, bei der Hausarbeit mit anzupacken.

Das Wichtigste dabei ist seinen eigenen Weg zu finden, sich zu fragen, was kann ich tun, um diese spielerische Befindlichkeit zu erlangen? Wie sieht mein Spiel aus? Wann empfinde ich Freude? Welche Art zu spielen entspricht mir? Mit wem kann ich spielen? Wie kann ich meine Kunden, Kollegen oder Familienmitglieder an meinem Spiel teilhaben lassen?

Viele Führungskräfte Fragen sich an dieser Stelle, wo sind die Grenzen? Wie sorge ich dafür, dass meine Mitarbeiter trotzdem produktiv sind? Wann muss ich eingreifen? Geht das alles nicht zu Lasten der eigentlichen Arbeit? Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es in den meisten Fällen genügt, nur eine Regel aufzustellen. Diese Regel lautet: Verletze bei allem was du tust keines der vier FISH-Prinzipien! Die lauten: Spiele, bereite Anderen Freude, sei präsent und wähle deine Einstellung. Gerade dadurch, dass die Mitarbeiter diese Freiheit erfahren, übernehmen sie auch Verantwortung für ihr Handeln.

Und so wird FISH nicht nur zu einem Instrument zur Steigerung der eigenen Arbeitszufriedenheit, sondern erfüllt auch einen Zweck für das Unternehmen, indem Abwesenheitszeiten reduziert und Produktivitätskennzahlen gesteigert werden.

Und in der nächsten Woche widmen wir uns dem zweiten FISH-Prinzip: „Bereite Anderen Freude!“

P.S.:
buw-Teams mit Interesse an einem Fish!-Seminar können sich gerne bei mir unter 0541/9462-687 oder unter silvia.meitsch@buw.de melden.

Zum Weiterlesen:
Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen “FISH! Ein ungewöhnliches Motivationsbuch”
Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen „Für immer FISH!“
Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen, Sabine Schilasky “Fish for Life.”
Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen, Philip Strand “Noch mehr Fish!”

 

Header Foto: Daniel Schwen

Silvia Meitsch

Über Silvia Meitsch:

Als Trainerin im Bereich Personalentwicklung unterstütze ich seit 2007 Mitarbeiter und Führungskräfte bei buw. Meine Schwerpunkte liegen dabei auf den Themenbereichen Verkauf, Kommunikation, ... [Mehr]

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