Vasquez Cabrati Veröffentlicht von am

Osnabrücker Kanutour: Die Hase, Stromschnellen und Steuermänner mit Rechts-Links-Schwäche

Endlich, es ist Samstag! Schön ausschlafen und von Freitagnacht erholen, anschließend mit den Jungs die Fußball Bundesliga genießen. Aber mein Wecker erinnert mich um 8 Uhr, dass etwas ganz anderes auf dem Programm steht: Meine erste Kanutour. Au Backe! Etwas geschafft von letzter Nacht und bei bestem Kanu-Regenwetter geht es mit dem Auto zur Hollager Schleuse.

Während mein Navi versucht, den gut versteckten Treffpunkt zu finden, überlege ich, ob mir das Kanu wohlgesonnen ist. Ich kann alles, was mit Bällen zu tun hat. Basketball, Fußball, Tennis und andere Sportarten. Mit Ausnahme von Schwimmen ist Wassersport für mich jedoch Neuland. Bilder und Kanuszenen von Winnetou mit schönen Landschaften schießen mir durch den Kopf. Das wäre doch entspannend! Oder läuft es doch so wie bei der Olympiade, wo man den Kampf gegen das Wildwasser aufnehmen muss?! Aufgrund von Schlafmangel hoffe ich auf die Winnetou-Variante. Mit Hilfe der Dorfbewohner finde ich dann tatsächlich die Hollager Schleuse. Unser Kanu-Häuptling Utz erklärt den 15 buw-Abenteurern die Paddeltechnik und wie man den Kanu-Dreier am besten steuert. An irgendwen erinnert er mich… aber an wen nur?

Jedenfalls läuft es wie immer. Die Mädels sind sehr aufmerksam und nehmen alles auf wie ein Schwamm, unser Herren-Kanu-Team glaubt, auch ohne Anleitung den Fluss besiegen zu können. Ein kleiner Fehler, wie sich später herausstellen sollte 😉 Ich sehe meine Kollegin Dong bei einer Trockenübung. Sie ist kanutauglich mit einer Regenjacke, Handschuhen und passendem Schuhwerk ausgestattet. Ich frage mich, wieso ich meine schöne Jeans, Wildlederschuhe und keine Ersatzkleidung wie die anderen mitgenommen habe. Bei Alexander und Christian merkt man schnell, dass die Jungs schon einige Kanufahrten unternommen haben. „Der Riss in eurem Kanu ist nicht schlimm, ist drei oder viermal beschichtet. Ihr werdet schon nicht untergehen, habt ja `ne Weste.“ Alles klar, ein wenig Nervenkitzel und Action kann ja bei strömendem Regen nicht schaden, denke ich mir und setze mich in die Mitte ins Kanu, quasi als Captain. Vor mir Daniel „The Brain“ und hinter uns sitzt „The Arm“.

Dass meine Jeans und meine Wildlederschuhe voller Matsch sind, bereitet mir weniger Kopfzerbrechen als die Rechts-Links-Schwäche unseres Steuermannes „The Arm“. Wir geben zu Beginn kräftig Gas und wann immer das Kanu zu sehr Richtung Ufer schippert, schreie ich „liiiinks“ oder “ Reeechts Määäänner!“. Allerdings vertauscht „The Arm“  des Öfteren links mit rechts, sodass wir einige Male Bekanntschaft mit der schönen Landschaft machen. Eine schnelle Sicherheitssitzung ist notwendig, um irgendwie heile bei unserer 1,5-stündigen Fahrt anzukommen. Es hilft… größtenteils. Unser Männerkanu lässt sich zurückfallen und es folgen interessante, witzige aber auch ernsthafte Herrengespräche. Wie überlebt man nach einem Flugzeugabsturz in den Bergen bei minus 30 Grad? Dann die erste Stromschnelle: alle anderen drei Kanus haben sie schon gemeistert und schauen uns nun zu, wie wir uns anstellen. Okay, wie auch immer wir da runter knallen, wir müssen es cool und souverän machen! Und tatsächlich, trotz Rechts-Links-Schwäche von „The Arm“ und unserer selbsterfundenen Technik, meistern wir alle Hindernisse und kommen nach etwa 90 Minuten am Ziel an. Ich will vor Freude fast den Boden küssen.

Am Ziel erwartet uns unser Gruppenleiter Utz mit leckerem Grillfleisch und massig frischen Salaten. Die Getränke-Flatrate ist auch gebucht. Nachdem wir alle Kanus gesäubert und geparkt haben, sitzen wir gemütlich vor dem Grill und sind uns alle einig: Kanu fahren – auch oder vor allem bei Regen – macht Riesenspaß. Natur pur!

Das unterstreicht auch unsere Kollegin Katharina, die barfuß mit schick blauem Nagellack über den feuchten Rasen schlendert und beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder mitfahren möchte. Dennis macht noch ein paar abenteuerliche Gruppenfotos, bevor wir uns von unserem tiefenentspannten Häuptling Utz verabschieden.

Als wir uns bei ihm bedanken und verabschieden fällt mir auch endlich ein, an wen er mich erinnert: Peter Lustig aus der Kindersendung Löwenzahn 🙂

 

Tapfere Kanuten: Trotz Regen und Kälte paddelten 12 buwler auf der ersten Kanutour in Osnabrück.

Vasquez Cabrati

Über Vasquez Cabrati:

Ich arbeite als Teilzeitkraft im BMW-Projekt. Die lockere Atmosphäre, die Events, die netten Kollegen und vor allem die Flexibilität bei buw sind die ideale Ergänzung zu meinem Radio-Job. Ich bin ... [Mehr]

Ein Kommentar
  1. utz Hallo, lustige kommentare gibts meistens , dieser amüsiert mich immer wieder . Freunde haben den Artikel wieder ausgegraben! Sehr hautnah... So soll paddeln sein ...das volle Gefühlspecktrum!

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