Ferienbetreuung für die buw-Kids
Katharina Leuck Veröffentlicht von am

Osnabrücker buw-Kids auf Entdeckungstour bei der Post

Wo landen eigentlich die ganzen Briefe, nachdem man sie in den gelben Postkasten gesteckt hat? Und wie kommen überhaupt die Stempel auf die Briefmarken? Das durften am Donnerstagvormittag zehn große und kleine Osnabrücker buw-Kids im Rahmen der Brückentagsbetreuung bei einem Ausflug in das benachbarte Briefzentrum der Deutschen Post herausfinden.

Hand in Hand im Gänsemarsch geht es zunächst vom buw Spielzimmer zum nahegelegenen Postgelände. In einem kleinen Vorraum mit Postfächern und einem Kundenschalter wartet bereits ein freundlicher Mitarbeiter der Post auf die kleinen Entdecker. „Hallo, ich bin Thomas von der Post und zeige euch jetzt mal, wie wir hier arbeiten“, begrüßt er die Kinder gut gelaunt. „Dann kommt mal mit!“ Hinter ihm öffnet sich eine kleine Glastür, durch die ihm die zwanzig Kinderfüße noch etwas schüchtern in eine riesige Halle folgen.

Überall stehen mit gelben Boxen beladene Rollwagen, Hubwagen fahren umher. Mittendrin befinden sich riesige Maschinen, die unter anderem Briefe sortieren. „Im Moment ist hier noch gar nicht so viel los, weil es noch früh am Tage ist und die meisten Briefe gerade erst in die Briefkästen geworfen werden“, erklärt Thomas, während er die Kinder sicher durch die Halle führt und vor einer Maschine stehenbleibt, die Kurzbriefe sortiert. Darunter versteht die Post normale, kleine Briefe. Gegen 18 Uhr würde es hier dann aber richtig wuselig, schließlich kämen hier dann alle Briefe aus dem gesamten Postleitzahlengebiet 49 an, erzählt Thomas weiter. „Das sind ganz schön viele.“

40.000 Briefe pro Stunde

Die Kinder hören gespannt zu, als Thomas ihnen die riesige Sortierungsanlage erklärt. Zwischen 30.000 und 40.000 Briefen pro Stunde schaffe diese Maschine in der Regel, genauso wie eine andere Sortierungsmaschine, die für große Sendungen zuständig sei. Über ein ausgeklügeltes System aus Transportbändern, Barcodes und Labels landet jeder Brief in der richtigen Verteilbox. Eine Mitarbeiterin füttert das riesige graue Gebilde gerade fleißig mit Infopost, sodass es für die Kinder auch einiges zu gucken gibt. Sie staunen nicht schlecht, mit welcher Geschwindigkeit die Maschine die Briefe einsaugt und regelrecht in die richtigen Boxen schießt.

„Nun haben diese Briefe hier ja gar keine Briefmarken und auch keine Stempel“, bemerkt Thomas gegenüber den Kindern und macht sie auf das Infopost-Logo aufmerksam. „Ich zeige euch jetzt mal, wo eure normalen Briefe sonst erst landen“ und führt die Gruppe zu einer anderen Maschine aus Fließbändern und Scannern, die gerade aber stillsteht. „Das ist unsere automatische Stempelanlage. Die läuft heute Abend an, wenn die ganzen Briefkästen geleert sind“, erklärt Thomas. Über eine fluoreszierende Schrift könne die Maschine die Briefmarken erkennen und sie dann direkt abstempeln.

Das können sich die kleinen Entdecker aber gerade nicht so einfach vorstellen. Es gäbe aber natürlich auch Fälle, bei denen die Maschine Marken mal nicht erkenne, so Thomas, während er die Kinder zu einem kleinen farbverschmierten Holztischchen führt. „Die Maschine prüft dreimal. Wenn sie beim dritten Mal immer noch keine Marke erkannt hat, landen die Sachen hier auf diesem Tisch. Zur Handstempelung.“ Aus einer Schublade holt er ein Päckchen Papier und etwas, das einem Hammer sehr ähnlich sieht. „Das funktioniert dann in etwa so… Zack!“ Mit einem gezielten Schlag und einem dumpfen Knall landet der Hammerkopf erst in einem Farbkissen und dann auf dem Papierstreifen. Das Ergebnis: Ein Poststempel mit dem Datum „1.1.2014 – Briefzentrum 49“.

Selbst stempeln

„Jetzt dürft ihr auch mal“, grinst Thomas und drückt dem Drittklässler Fabian den Stempel in die Hand. Alle buw-Kids versuchen sich nun konzentriert im Poststempeln. Und so einfach, wie es bei Thomas aussah, ist es dann doch nicht. Geduldig hilft der nette Postmitarbeiter dann aber jedem Kind, damit auch wirklich jeder einzelne ein selbstgestempeltes Kärtchen mit nach Hause nehmen kann. Während die Kinder sich am Rollstempel versuchen, mit dem sonst Großbriefe abgestempelt werden, erklärt Thomas den Betreuerinnen grinsend: „Früher hat man ja nur so gestempelt. Da lang dann auf dem Tisch ein großer Stapel Briefe, die Mitarbeiter hatten einen Daumen auf dem Briefumschlag, in der anderen Hand den Hammerstempel. Und bei der Geschwindigkeit landete der Stempel dann oft auch nicht nur auf der Briefmarke. Das konnte man dann immer schön an den Daumen erkennen.“

Mit frischen Poststempeln in den kleinen Jackentaschen zieht die buw-Kids-Entdeckertruppe zusammen mit Post-Thomas weiter durch das Briefzentrum. „Ich zeige Euch jetzt noch, wo die Großbriefe sortiert werden,“ verkündet Thomas und führt die Kinder zu einer weiteren riesigen Maschine, die am laufenden Band Großbriefe sortiert. Um sie herum fahren auf Rollbändern unzählige gelbe Kunststoffboxen, in denen die Sendungen genau nach Straßen und Hausnummern sortiert in der Reihenfolge landen, wie die Postboten sie am Ende auf ihren Routen austragen sollen. Ein bisschen erinnert das Ganze an eine Achterbahn. Das findet auch ein kleiner Junge: „Thomas, kann ich da auch mal mitfahren?“, fragt er ganz fasziniert.

Gut sortiert

Mitfahren dürfen die Kinder nicht, aber doch noch einmal aus nächster Nähe zugucken, wie die Maschine die einzelnen Sendungen fast wie von Geisterhand in die richtigen Sendungsboxen spuckt. An einer anderen Maschine können sie auch noch sehen, wie die einzelnen Boxen automatisch ihre Sortierungsetiketten und Barcodes verpasst bekommen. „Ich brauche hier einmal Hilfe!“, ruft plötzlich ein anderer Mitarbeiter und winkt verschmitzt ein paar Kinder zu sich heran. Einem kleinen Mädchen drückt er seine die Scanner-Pistole in die Hand. „So, jetzt hier mal drücken bis es grün leuchtet“, erklärt der Grundschülerin. Piep! Mit einem beherzten Druck auf den Abzug scannt sie den Barcode auf der gelben Box und schickt so die nächste Sendungsschütte auf ihre große Reise.

Zu guter Letzt zeigt Thomas den Kindern noch, wie die beladenen Sendungswagen nach Postleitzahlen geordnet im Raum sortiert werden, damit am Ende auch die richtigen Sendungsboxen im richtigen LKW landen. „Und damit auch sicher nichts schief geht, wird am Ende jeder Wagen noch an einem Scanner vorbeigezogen, der dabei jede Box überprüft.“ Während er das sagt, zieht er einen Rollwagen mit Sendungsboxen für Ibbenbüren an der Scanner-Anlage vorbei. Alle Lichter blinken grün. „Hier ist also alles in Ordnung“, lacht er freundlich und schiebt den Wagen an seine Position. Die Kinder folgen ihm. „Eigentlich habt ihr jetzt alles gesehen, aber wartet doch hier kurz.“ Einen Augenblick später kommt Thomas mit einem prallgefüllten, großen Briefumschlag zurück. Darin befinden sich ein Haufen Notizblöcke und Schlüsselbänder. „Als Andenken“, lächelt Thomas, und begleitet die strahlenden buw-Kids mit ihren Betreuerinnen nach draußen.

 

Hier seht Ihr noch weitere Bilder unserer Entdecker-Tour:

Katharina Leuck

Über Katharina Leuck:

Seit Februar 2013 bin ich als Corporate Bloggerin bei buw digital mit an Bord. Vorher habe ich ein zweijähriges Volontariat in der Onlineredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung absolviert und für ... [Mehr]

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