Bernt Heimann Veröffentlicht von am

Sieben Erfolgsfaktoren im Recruiting

Irgendwie war früher alles besser: Es genügte, eine Schwarz-weiß-Anzeige im Stellenteil der Regionalzeitung zu schalten und die Bewerber liefen Ihnen die Bude ein. Wenn das noch nicht reichte, haben Sie die Anzeige noch einmal in der Telefonbuch-dicken Samstagsausgabe der FAZ geschaltet und waren mit dem Thema durch. Heute ist Personalmarketing im Call Center leider etwas aufwändiger.


Die Megatrends im Arbeitsmarkt heute heißen Fachkräftemangel, Wertewandel, demographische Entwicklung und Generation Y. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist zum Bewerbermarkt geworden. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen müssen sich heute mehr denn je als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, wollen sie im Wettbewerb mit den Konzernen die knapper werdenden Fachkräfte für sich begeistern. Wir zeigen Ihnen ein paar Tipps, wie Sie sich in diesem viel zitierten „War for Talents“ behaupten können.

Denken Sie wie der Bewerber.

Auch in Zeiten von Social Media und Active Sourcing geht es heute nicht ohne eine sauber gestaltete Stellenanzeige. Hier sind drei wesentliche Punkte zu beachten: Layout, Inhalt und Authentizität. Überlegen Sie, wen Sie ansprechen wollen und welche Qualifikation Ihr Wunschkandidat mitbringen muss. Wie sieht die passende Stellenbeschreibung aus? Wie ist das Anforderungsprofil? Aber auch: Welche Mehrwerte haben Sie als Arbeitgeber zu bieten? Können Sie mit Zusatzleistungen wie einem betrieblichen Gesundheitsmanagement punkten? Haben Sie flexible Arbeitszeiten? Was ist mit Home Office? Versetzen Sie sich in den Bewerber und fragen Sie sich, was ihn interessiert! Nehmen Sie es in der Stellenanzeige auf. Differenzieren Sie sich so vom Wettbewerb und vermeiden bitte Floskeln.

Gehen Sie dahin, wo Ihre Bewerber sind.

Nur – wo finden Sie sie? Überlegen Sie, ob Sie Ihre potenziellen Kandidaten eher über die klassischen Medien (z.B. Tageszeitung) ansprechen oder über Jobbörsen oder gar via Social Media. Ältere Arbeitnehmer (50+) erreichen Sie vermutlich besser über die altbewährte Stellenanzeige, Studenten finden Sie neben den Hochschulkanälen auch auf Facebook. Die jüngere Generation sowie Absolventen sind mit den gängigen Online-Börsen bestens vertraut. Darüber hinaus gibt es unzählige Plattformen, Foren und Blogs zu den unterschiedlichsten Interessengebieten im Internet, die oft eine kleine Stellenbörse mit anbieten. Befragen Sie dazu Ihre Kollegen aus den entsprechenden Fachabteilungen. Diese kennen sich auf ihrem jeweiligen Gebiet bestens aus.

Putzen Sie sich heraus wie bei einem Date.

Sie wollen dem Bewerber doch gefallen, wenn Sie ihn treffen, oder? Das, was Ihre Kollegen aus dem Produktmarketing schon lange mit der sogenannten Customer Journey erfolgreich umsetzen, nämlich die intelligente Vernetzung aller Touchpoints Ihrer Marke mit dem Kunden, bevor er sich für den Kauf Ihres Produktes entscheidet, müssen auch Sie für Ihre Bewerber schaffen: eine konsistente Candidate Journey: Diese reicht vom ersten Kontakt wie der Stellenanzeige, geht über die Karriereseite, das Online-Bewerbungsformular bis hin zu Bewertungsplattformen wie kununu und umfasst selbstverständlich auch den ganzen Onboarding-Prozess. Wichtig: Heute gibt es viel mehr Chancen als je zuvor, mit Kandidaten in Kontakt zu treten. Studenten erreichen Sie beispielsweise auf Hochschulmessen, lange bevor sie sich bei Ihnen bewerben. Vom Thema Social Media ganz zu schweigen. Wichtig ist, dass Sie über alle Kontaktpunkte ein einheitliches und vor allem positives Arbeitgebermarkenerlebnis schaffen. Bewerber wollen heute nicht verwaltet, sondern auf Augenhöhe angesprochen werden.

Verhalten Sie sich doch mal ganz diplomatisch.

Und machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Botschaftern für Ihr Unternehmen. Wussten Sie, dass Mitarbeiterempfehlungen zu den Top 10 Recruiting-Kanälen gehören? Und sogar zu den Top 5 Einstellungsquellen? Eigentlich kein Wunder, denn schließlich weiß niemand so gut über Sie als Arbeitgeber Bescheid wie Ihre eigenen Mitarbeiter. Die können an ihr eigenes Netzwerk ein authentisches Bild vermitteln und vor allem den potenziellen Kandidaten die Fragen beantworten: Passe ich zum Unternehmen? Passt das Unternehmen zu mir? Fehlbesetzungen lassen sich so vermeiden. Dank Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programmen profitiert übrigens nicht nur das Unternehmen – dank ausgeklügelter Prämienmodelle auch der Mitarbeiter. Ganz neu sind Online-Plattformen, bei denen gleich das ganze Facebook- oder XING-Netzwerk über Vakanzen im eigenen Unternehmen informiert werden kann.

Das gute alte Karriereportal

Die Basis für die Personalsuche ist nach wie vor das Karriereportal Ihres Unternehmens. Es ist Dreh- und Angelpunkt aller Recruitingaktivitäten und Ihre Visitenkarte. Entscheidend für einen erfolgreichen Auftritt ist, dass Ihre Karriereseite gut im Netz gefunden wird, alle Jobs sowie wichtige Informationen über Sie als Arbeitgeber schnell und intuitiv bereitgestellt werden und der anschließende Bewerbungsprozess perfekt an Ihr Bewerbermanagement-System angeschlossen ist. Natürlich sollte Ihr Karriereportal auch für Smartphones und Tablets optimiert sein – immerhin geben mittlerweile 80 Prozent der 18 bis 24-Jährigen an, bei der Jobsuche ihre mobilen Endgeräte zu nutzen.

Seien Sie nett. Auch wenn Sie einen Korb verteilen.

Ihr Wunschkandidat hat sich für Sie entschieden? Prima! Dann können Sie ja die ausgesiebten Bewerber mit dem Standardschreiben abfertigen, oder? Bitte nicht! Nicht zuletzt können sich Bewerber, die auf Ihre jetzige Stelle nicht passen, künftig auf eine andere Ihrer Vakanzen bewerben oder zumindest Ihr Unternehmen auf einer der zahlreichen Bewertungsplattformen weiterempfehlen – wenn sie sich trotz Absage bei Ihnen wohl gefühlt haben. Wir bei buw sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, ein bisschen mehr Arbeit in ein Absageschreiben zu investieren. Es ist die großartige Chance, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Dass wir das ernst meinen, zeigt ein schöner Preis, den wir im Herbst 2014 überreicht bekamen. Die Personalberatung Kienbaum, die Plattform Jobware, das Recruiting-Fachblatt Personalmagazin und die Hochschule Fresenius kürten unser Absageschreiben zum besten Deutschlands.

Seien Sie neugierig – und schauen Sie, wie andere es machen. Wie wir zum Beispiel.

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Bewegtbild

Im Recruitment lohnt sich auch der Einsatz von Bewegtbild. Auf nachfolgendes Video haben wir mehr als 240 Bewerbungen auf einen Assistenz bei unserem Inhaber Jens Bormann gefunden.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=VY_K7bYRmXc

 

Dieses Video spricht Ausbildungssuchende im Marketingsektor an.

 

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Bernt Heimann

Über Bernt Heimann:

Seit mehr als sieben Jahren bei buw, kümmere ich mich mit meinen Kollegen um die bunte Welt des Personalmarketings. ... [Mehr]

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