Florian Stöhr Veröffentlicht von am

Social Media-Aspekte: Influencer Measurement

Mehr als 20 Jahre schon tummeln sich Privatanwender im Internet. Seither hat sich unser Nutzungsverhalten maßgeblich gewandelt. Waren anfangs nur neugierige Technik-Enthusiasten im Web unterwegs, leben wir heute ganz alltäglich in einem nahezu vollständig vernetzten Zustand. Sei es die Telefonauskunft, die Pizzabestellung oder die Video-Telefonie – das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Im Zuge dieser Entwicklung hat sich auch die Rolle des Anwenders im Internet verändert. In den Anfangszeiten war man fast ausschließlich inkognito unterwegs. Bis auf wenige Ausnahmen war das Netz ein anonymes Reich der Nicknames und wurde nicht zuletzt deswegen häufig als rechtsfreier Raum wahrgenommen. Heute ist das Internet zu einem Abbild der echten Welt geworden. In dieser virtuellen Kopie treten Anwender üblicherweise als genau die Person auf, die sie sind – und kommunizieren ebenso miteinander.

Neben dem privaten eins-zu-eins-Dialog findet ein nicht unerheblicher Teil der Interaktion im Social Web öffentlich statt. Diese Öffentlichkeit des Dialogs kennen wir aus der echten Welt nicht – abgesehen von Talkshows oder ähnlichen Formaten. Sie ist vornehmlich den Personen des öffentlichen Lebens vorbehalten. In Sozialen Netzwerken kommuniziert hingegen der ganz normale Durchschnittsverbraucher in aller Öffentlichkeit. Der digitalen Kommunikation von Unternehmen und Marken ist dieser Umstand Freud und Leid zugleich, wobei die Freude ganz klar überwiegt, wenn man es richtig anpackt. Sobald ein Unternehmen die Anforderungen an diese neue Form von Transparenz und Offenheit erkannt und akzeptiert hat, profitiert es dank der Öffentlichkeit des Dialogs im Web 2.0 von spannenden Einblicken in das eigene Kundensegment. Außerdem werden individuelle Customer Care-Dialoge durch die Öffentlichkeit zu Marketingbotschaften, die gehaltvoller und glaubwürdiger nicht sein könnten. Welche Botschaft ist denn auch schöner, als ein zufriedener Kunde?

 

Einfluss messen – Wie und warum?

Wer sämtliche Dialogpotenziale ausschöpfen möchte, benötigt natürlich ein gewisses Arbeitsinstrumentarium. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Influencer Measurement. Dieser Ansatz macht mittels verschiedener Metriken den Einfluss einzelner Personen, Institutionen oder Marken im Social Web greif- und messbar.

Eines der bekannteren Influencer Measurement Tools ist Klout. Der Dienst, der sich selber den Titel „Standard for Influence“ verliehen hat, existiert seit September 2009 und ist in San Francisco beheimatet. Klout misst die Reichweite von Personen auf Basis ihrer Aktivitäten und den Status in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Google+, Foursquare, Instagram, WordPress und einigen anderen. Zusätzlich fließen Faktoren wie die Anzahl von Fans, Freunden oder Followern in die Bewertung ein. Außerdem sind die Interaktionen der Web-Öffentlichkeit mit den erstellten Beiträgen relevant. Je mehr Nutzer also den Beitrag einer Person kommentieren, liken oder teilen, desto höher steigt der Influencer Score der Person. Dieser im speziellen Fall Klout-Score genannte Wert gibt dann Aufschluss darüber, wie einflussreich – im quantitativen Sinne – der jeweilige Nutzer im Netz ist. Ein gänzlich inaktiver Unbekannter rangiert etwa unter einem Score von zehn, ein extrem aktiver Prominenter wie Barack Obama erwartet hingegen fast das Maximum von hundert Punkten.

Der Vorteil von Klout liegt darin, dass man sich sehr schnell einen Überblick darüber verschaffen kann, wie aktiv und vernetzt eine bestimmte Person ist. Aber wie steht es um die Fragestellung, wie einflussreich die Person tatsächlich ist? Kann sie Meinung machen, Menschen bekehren und Botschaften multiplizieren? Mangels einer qualitativen Analyse ist der Klout-Score in dieser Hinsicht mit Vorsicht zu genießen. Das gilt sowohl für die Güte der erstellten Beiträge eines Nutzers als auch für die Art der Interaktionen seiner „Zuhörer“. In diesem Punkt ist der Klout-Score zumindest partiell angreifbar, weshalb er lediglich als grober Indikation für Einfluss dienen, aber keinen Anspruch auf absolute Aussagekraft haben kann. Geschichten aus den USA, wonach Bewerber auf bestimmte Marketingpositionen anhand ihres Klout-Scores ausgelesen werden, sind mit Blick darauf sehr bedenklich. Hierzulande sind Aussagen in Personalanzeigen wie „Klout-Score von 50 oder höher erwünscht“ noch rar. Unter Personalern, die sich derzeit auf ein Gespräch mit Job-Aspiranten vorbereiten, spielt Klout aber schon eine Rolle – mit steigender Tendenz.

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=NokEE3I4z0Y

 

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Florian Stöhr

Über Florian Stöhr:

Seit Januar 2012 bin ich bei buw an Bord. Anfangs leitete ich im Marketing das „Team Digital“. Dort arbeitete ich gemeinsam mit der Geschäftsentwicklung an der Professionalisierung unseres ... [Mehr]

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