Ingmar Rothe Veröffentlicht von am

Unter GALiern: Ein buwler beim GAL Kongress in Marburg

Für die meisten Mitarbeiter bei buw ist Sprache ihr Hauptwerkzeug. Personalentwickler Ingmar Rothe aus Halle war in diesem Jahr von der Gesellschaft für angewandte Linguistik (GAL) eingeladen, hierzu einen Vortrag beim GAL Kongress 2014 an der Philipps Universität Marburg zu halten. Dieser widmete sich vom 16.09. bis 19.09.2014 dem Thema „Angewandte Linguistik in der Lehre, Angewandte Linguistik lehren“. 

Vor einem Jahr etwa bekam ich eine E-Mail aus Basel. Der bis dahin unbekannte Absender schrieb, er habe gehört, ich mache Kommunikationstrainings in einem Callcenter (stimmt), das sei ja irgendwie interessant (stimmt auch), er plane da ein Symposium auf der nächsten Jahrestagung der Gesellschaft für angewandte Linguistik (spannend), ob ich mir nicht vorstellen könne, da einen Vortrag zu halten. Natürlich konnte ich mir das vorstellen! Und so fern liegt der Gedanke nicht – schließlich basieren unsere Trainings nicht nur auf Erfahrungen, sondern auch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Darüber auf einem Kongress in Austausch mit Forschern und anderen Trainern zu treten, ist für alle Seiten interessant und generiert neue Ideen und Ansätze.

Ingmar RotheSo wissen wir dank der Gesprächsforschung, dass eine Pause, die länger als 1 Sekunde dauert, am Telefon schon zu lang ist. Wir wissen auch, dass nicht das Anheben der Stimme darüber entscheidet, ob wir eine Frage stellen oder nicht, sondern derjenige, der antwortet (oder eben nicht). Wir wissen, dass Konjunktive Unsicherheit zeigen können, aber nicht müssen. Und wir können interpretierend an dem, was ein Kunde im Gespräch wie sagt, eine begründete Vermutung darüber anstellen, wie dieser das Gespräch gerade findet. Für ein Feedback auf die Gesprächsführung ist das super, denn so können wir als Trainer das auch zurückmelden. Genau zu diesem Aspekt von Feedbacks mache ich am Standort in Halle Workshops mit Projekttrainern und finde das interessant genug, um ein Jahr nach der oben genannten E-Mail aus Basel auf dem diesjährigen Kongress der Gesellschaft für angewandte Linguistik (GAL) davon zu erzählen und Erkenntnisse zu diskutieren. Mehr noch: in den Gesprächen haben wir uns darüber ausgetauscht, wie man nachhaltige Trainings machen könnte, wie und woran man festmachen kann, ob ein Gespräch „gut“ oder „schlecht“ ist, was eigentlich „angemessen“ ist und wie man wissenschaftliche Erkenntnisse im Training gut vermittelt.

Im Seminar „Motivation für Professionals“ erzähle ich gern, warum ich vor fast 10 Jahren angefangen habe, bei buw zu arbeiten: In der Hauptsache habe ich damals Sprechwissenschaft studiert und kam auf den Gedanken, dass ich nirgendwo sonst ein Umfeld finde, in dem so viel gesprochen wird. Man müsse sich also in diesem Umfeld auch ganz besonders gut systematisch mit gesprochener Sprache und mündlicher Interaktion beschäftigen können. Diese Idee war offenbar richtig. Damit die Rückbindung in die Forschung möglich ist und unsere Trainingsgrundlagen „State of the Art“ bleiben, bin ich regelmäßig auf Kongressen wie der GAL unterwegs. Eben: unter GALiern.

 

 

Mehr zum Thema:

Rothe, Ingmar / Pietschmann, Judith / Bose, Ines (2013): Gesprächskompetenz interdisziplinär beschreiben und trainieren. In: Eckert, Hartwig (Hg.): Wirtschaftsrhetorik. Sprache & Sprechen Bd. 46. München, 124-135.

 

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