Eva-Maria Kampe Veröffentlicht von am

Von der schüchternen Einsteigerin zur selbstbewussten Aufsteigerin – Ein Beispiel für gelebte Inklusion bei buw

Rebecca startet nach ihrer Ausbildung zur Servicefachkraft im Dialogmarketing bei buw nun als Outbound-Kundenberaterin durch. Trotz ihres Handicaps heimst sie heute ausgezeichnete Kennzahlen ein und punktet bei Testcalls der Kunden. Über ihren Job, aber auch darüber, wie sie ihren Alltag meistert, habe ich mit ihr gesprochen.

Ich war zu Gast im CC4 in Osnabrück und habe dort Rebecca Hengehold getroffen. Bei Rebeccas Geburt wurde ein offener Rücken (Spina Bifida) diagnostiziert. Die Wirbelfehlbildung hat zur Folge, dass Rebecca von den Knien abwärts kein Gefühl in den Beinen hat. Der Rollstuhl und die körperliche Beeinträchtigung waren aber nie ein Hindernis für sie, ihre Ziele zu erreichen, und wir sind froh, dass ihr Weg schnurstracks zu buw geführt hat.

REBECCAS WEG ZU BUW

Im Rahmen einer vierwöchigen Berufsvorbereitung, die Rebecca über das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) in Bersenbrück absolvierte, durfte sie mehrere Praktika abschließen. Unter anderem auch bei buw. Als ihr zuständiger Berater ihr ein Callcenter vorschlug, war sie zunächst gar nicht so angetan. Dennoch entschied sie sich, dem Ganzen eine Chance zu geben. Und siehe da – die Arbeit als Callcenter Agent macht ihr richtig Spaß! 2012 begann sie eine kooperative Ausbildung zur Servicekraft im Dialogmarketing. Diese Ausbildungsform findet in Zusammenarbeit mit Bildungsträgern statt, die auf die Schulung gehandicapter Menschen spezialisiert sind, wie etwa der BNW.

LEHRJAHRE SIND KEINE HERRENJAHRE

Die Ausbildungszeit war für Rebecca nicht immer ganz einfach. In der Schule hatte sie Schwierigkeiten, den Unterrichtsstoff in dem vorgegebenen Tempo für sich zu erfassen. Zur Verbesserung der Zensuren bekam sie einmal wöchentlich nach der Schule sogenannten Stützunterricht, um Inhalte zu vertiefen und für Abschlussprüfungen zu üben. Auch auf der Arbeit hakte es noch manchmal. Die wöchentlichen Datenerfassungen der getätigten Calls zeigten, dass Rebecca noch nicht ganz in den Beruf hineingefunden hatte: zu wenige Telefonate und zu hohe Nacharbeitungszeiten. Um ihr ein wenig Entlastung zu verschaffen, entschied Rebecca in einem gemeinsamen Gespräch mit Tobias Nardmann-Möller, dass sie nur das CC4-Projekt betreuen wird und nicht gleichzeitig für mehrere Projekte telefoniert. So konnte sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, ihre Kompetenz in der Kundenberatung für die Automobilbranche zu fördern und auszubauen. Darüber hinaus bot man ihr an, gemeinsam mit Silvia Meitsch Stimme und Aussprache in einem Einzeltraining zu schulen. Einmal pro Woche konnte sie sich während der Arbeitszeit eine Übungsstunde nehmen. Über ihre etwas holprige Anfangszeit sagt sie selbst, dass sie teilweise vor Aufregung beim Telefonieren kaum einen geraden Satz herausbrachte. Ihre Schüchternheit erschwerte ihr einen offenen Umgang in Telefonaten. Auf die Frage, was sie anderen Callcenter-Frischlingen für ihren Start mit auf den Weg geben würde, antwortete sie: „Fragen! Man darf keine Scheu haben, die Kollegen zu fragen, wenn man etwas nicht weiß. Sie haben mir immer geholfen und tuen es auch heute noch.“ Aber auch Rebecca steht ihren Kollegen mit Rat und Tat zur Seite.

WO EIN WILLE IST…

Rebecca hat sich durchgebissen, mit Erfolg! Die Ausbildung hat sie in der Tasche, ihre Wochenerfassungen sind mittlerweile nahezu perfekt und auch von der anfänglichen Schüchternheit ist keine Spur mehr. „Das ist auch meinen Eltern schon aufgefallen“, lacht sie. „buw verändert Menschen. Manchmal denke ich: So etwas hättest du dich früher niemals getraut“. Ihre Kollegen nennen sie auch liebevoll „Streber“. Häufig arbeitet sie sogar länger, als sie eigentlich müsste. „Hier hab ich tolle Menschen um mich, hier sind Freunde, warum soll ich dann zu Hause sitzen und mich langweilen?“, meint Rebecca.

Braillezeile

Braillezeile

Ihre Entwicklung beobachtet und sie über die Jahre bei buw begleitet hat sie neben Tobias Nardmann-Möller als Azubi-Betreuer auch Bert Sperling, der für die buw Unternehmensgruppe  standortübergreifend als Referent für Inklusion und Arbeitssicherheit tätig  ist. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass buw über Arbeitsplätze verfügt, die  genau den Bedürfnissen der Kollegen entsprechen. So sind relvante Räume bei buw  mit automatische Türöffnern versehen, und sehbehinderte buwler arbeiten mit einer  Braillezeile an ihrer Tastatur weitestgehend barrierefrei. „Callcenter bieten  hervorragende und vielfältige Arbeitsbedingungen für beeinträchtigte Menschen. Bei  buw beschäftigen wir derzeit mehr als 200 Mitarbeiter mit Behinderung. Sie sind als Kundenberater oder etwa Programmierer in der IT tätigt.“, erklärt Bert Sperling.

 


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Bert Sperling

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Eva-Maria Kampe

Über Eva-Maria Kampe:

Im Marketing verantworte ich die interne Kommunikation und berichte in unserem Blog, sowie auf Facebook und Instagram regelmäßig über Standort-Neuigkeiten. ... [Mehr]

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